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transcript-blogger
26/01/2017 - 11:12

Texte auf Webseiten, Nachrichtenportalen, in Broschüren oder Flyern können mitunter ganz schön kompliziert sein. Zu kompliziert für Menschen mit Lernschwierigkeiten, aber auch für alle, die vielleicht nur Grundkenntnisse der jeweiligen Sprache haben. Deshalb gibt es „Leichte Sprache“: Im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) soll diese Sprache es Menschen mit Leseschwierigkeiten ermöglichen, aktiv am gesellschaftlichen und politischen Leben teilzuhaben.

Auch wenn Leichte Sprache kein geschützter Begriff ist, gibt es weltweit Netzwerke, die feste Regeln für ihren Gebrauch definieren. In Deutschland zum Beispiel formuliert das „Netzwerk Leichte Sprache“ sinngemäß folgende Regeln:

1. Es darf nur bekannte Worte geben.
2. Die Sätze sollen kurz und einfach sein.
3. Einfache, klare Fotos und Bilder unterstützen den Textinhalt.
4. Alle Texte werden geprüft – und zwar von Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Etwas kompliziert: Neben der „Leichten Sprache“ gibt es auch die „Einfache Sprache“ – und zwischen beiden gibt es gravierende Unterschiede. Einfache Sprache ist komplexer als Leichte Sprache; sie zielt vor allem darauf ab, bürokratische Texte, zum Beispiel von Ämtern oder Versicherungen, verständlicher zu formulieren. Anders als bei der Leichten Sprache wird die Einfache Sprache nicht von Bildern begleitet – und auch nicht von Menschen mit Lernschwierigkeiten geprüft.

Entstanden ist die Leichte Sprache in den Vereinigten Staaten von Amerika: Die 1974 gegründete Organisation „People First“ hatte 1996 als erste die Idee des „Easy Read“. In Deutschland gab der 2001 gegründete „Verein Mensch“ unter anderem zwei Wörterbücher in Leichter Sprache heraus. 2006 entstand dann auch das „Netzwerk Leichte Sprache“. Europäische Richtlinien für die Erstellung leicht lesbarer Informationen wurden ebenfalls erstellt: Ergebnis ist ein voluminöses Regelwerk, das die internationale Organisation „Inclusion Europe“ in Zusammenarbeit mit acht Ländern (Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Litauen, Österreich, Portugal, Schottland) herausgegeben hat.

In Europa hat Schweden bei dem Thema Easy-to-Read die Nase vorn: Unter anderem erscheint dort für Menschen mit Leseschwierigkeiten die achtseitige Wochenzeitung „8 Sidor“ – und es gibt sogar einen eigenen Verlag für Publikationen in Leichter Sprache. Deutschsprachigen Menschen mit Leseschwierigkeiten sollten die Website http://www.nachrichtenleicht.de/ besuchen. Dort finden sich aktuelle Weltnews aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur – präsentiert in Leichter Sprache. Eine großartige Initiative aus Köln (Hochschule Köln in Kooperation mit dem Deutschlandfunk), dem Stammsitz von @transcript.

Quellen:
http://www.bpb.de/apuz/179341/leichte-und-einfache-sprache-versuch-einer-definition
http://www.leichtesprache.org/index.php/startseite/leichte-sprache/das-ist-leichte-sprache?showall=&start=1#

transcript-blogger
16/12/2016 - 14:42

Neulich hatten wir es schon mal mit den Fettnäpfchen, die beim Übersetzen drohen. Ein beliebtes Feld für heikle Übersetzungsfehler sind Redewendungen. Häufig gibt es nämlich bei den Wortbildern kleine, aber feine Unterschiede – manchmal sind die Redewendungen in Deutsch und Englisch auch völlig anders. Man tut also gut daran, sich einmal gründlich mit verschiedenen Redewendungen zu befassen, wenn man nicht ungewollt für Lacher sorgen möchte… Wir haben einige plakative Beispiele gefunden:

1. Redewendungen, die zwar fast gleich klingen, sich aber im Detail unterscheiden
Wer zwei Probleme auf einmal löst, tötet im Englischen zwei Vögel mit einem Stein (to kill two birds with a stone). Im Deutschen werden hingegen im gleichen Fall keine Vögel erschlagen, sondern zwei Fliegen – und zwar mit einer Klappe.
„Blind wie ein Maulwurf“ ist man im Deutschen, wenn man den „Wald vor lauter Bäumen nicht sieht“. Im Englischen mutiert der Maulwurf zur Fledermaus (as blind as a bat). Die Waldmetapher dagegen ist im Englischen nahezu identisch (to miss the forest for the trees).
Bleiben wir bei den Tieren: Wer in einer Situation misstrauisch wird und Verrat wittert, erschnuppert im Englischen den Geruch einer Ratte (to smell a rat). Im Deutschen geht es etwas appetitlicher zu: da duftet es nämlich nach Braten (den Braten riechen). Und wenn man nicht weiß, auf was man sich einlässt, kauft man im Englischen nicht „die Katze im Sack“ sondern gleich ein ganzes Schwein (to buy a pig in a poke).
Gut aufgepasst heißt es auch in diesem Fall: Wir alle wissen, dass man nicht zwei unterschiedliche Dinge miteinander vergleichen kann. Im Deutschen stehen Äpfel und Birnen für dieses Bild. Im Englischen sind es – Achtung! – Äpfel und Orangen (compare apples and oranges). Vielleicht mögen die Briten einfach lieber Südfrüchte?

2. Redewendungen, die auf Deutsch und Englisch komplett anders ticken
Wenn jemand ein Problem unnötig aufbauscht, dann macht er auf Deutsch „aus einer Mücke einen Elefanten“. Im Englischen kommen Tiere nur indirekt vor: Hier wird nämlich aus einem Maulwurfshügel ein Berg gemacht (to make a mountain out of a molehill).
Manche Redewendungen könnten nicht bildhafter sein: Während auf Deutsch etwas „den Bach runtergeht“, wenn es gründlich misslingt, tritt man im Englischen gleich einen recht ausgefallenen Weg in die Hölle an (to go to hell in a handbasket).
„Katzen und Hunde“ soll es ja relativ häufig auf den britischen Inseln regnen (it’s raining cats and dogs), während in Deutschland der strömende Regen nahezu ohne Metapher vom Himmel fällt (es regnet in Strömen). Und wo wir schon beim schlechten Wetter sind: Der sparsame Brite hebt sich sein Geld für Regentage auf (to save up for a rainy day), während der deutsche Sparer sich Geld „auf die hohe Kante legt“ – und sich damit für weniger rosige Zeiten rüstet.

3. Redewendungen, die im Englischen und Deutschen weitgehend übereinstimmen
Wer ein Geheimnis preisgibt, der „lässt die Katze aus dem Sack“. Auch im Englischen ist die Katze Synonym für das gelüftete Geheimnis (to let the cat out of the bag).
„Den Nagel auf den Kopf“ treffen englische und deutsche Muttersprachler, wenn sie den Kern einer Sache klar definieren können (to hit the nail on the head).

4. Englische Redewendungen, die es im Deutschen so gar nicht gibt
Besonders märchenhaft wird im Englischen umschrieben, was sehr selten oder unregelmäßig geschieht: „Once in a blue moon.“ Eine deutsche Entsprechung wäre zum Beispiel „alle Jubeljahre“.
Mit schwarzem Humor umschreibt man im Englischen etwas, das sehr teuer ist. Das kostet nämlich nicht nur viel Geld, sondern gleich einen Arm und ein Bein (to cost an arm and a leg). Auweia, da sollte die Investition vielleicht noch einmal überdacht werden.

Zu jeder der vier Kategorien gibt es noch weitere zahllose Beispiele. Wir finden: Äußerst vergnüglich, dieses Kapitel der Linguistik.


Quellen:
http://linguatools.com/deutsch-englisch/redewendungen.html
http://englishlive.ef.com/de-de/blog/15-gelaufige-englische-redewendungen-und-ausdrucke/

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01/12/2016 - 10:31

Gestik, Mimik, Körpersprache und lautlos gesprochene Wörter – das sind die Elemente von Gebärdensprache, mit der sich vor allem schwer oder nicht hörende Menschen verständigen. Was uns interessiert: Ist Gebärdensprache eigentlich „grenzenlos“, das heißt, international einheitlich? Oder gibt es – genau wie bei Lautsprachen – „nationale“ Sprachen oder gar Dialekte?
Um es nicht zu spannend zu machen: Nein, Gebärdensprache ist nicht überall auf der Welt einheitlich. Weltweit gibt es schätzungsweise 200 teils sehr unterschiedliche Sprachen für Gehörlose. Und ja, es existieren tatsächlich regionale Dialekte – in der Schweiz beispielsweise insgesamt 12.
Weil die unterschiedlichen, regionalen Gebärdensprachen tatsächlich nicht nur ein eigenes „Vokabular“ sondern auch eine eigene Grammatik haben, verstehen sich zum Beispiel ein Amerikaner und ein Deutscher nicht, wenn sie ihre landestypische Gebärdensprache verwenden. Wollen sie sich trotzdem unterhalten, brauchen sie einen Gebärdensprachen-Dolmetscher. Besser ergeht es da schon dem gehörlosen Amerikaner, der sich in Gebärdensprache mit einer gehörlosen Französin verständigen möchten: Da sich die American Sign Language (ASL) aus der Langue des Signes Française (LSF) herleitet, können die beiden sich recht problemlos erzählen, was sie gerade beschäftigt. Alleine im deutschsprachigen Raum gibt es dagegen drei Gebärdensprachen: für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Weil es zum Beispiel auf internationalen Konferenzen sehr lästig sein kann, zwischen den verschiedenen Gebärdensprachen dolmetschen zu müssen, gab es immer wieder Bestrebungen, eine weltweit einheitliche Gehörlosensprache einzuführen. „International Sign Language“ (ISL) ist eine Pidgin-Sprache und quasi das Gebärdensprachen-Pendant zum Esperanto der Lautsprachen. Ähnlich wie Esperanto konnte sich jedoch ISL (auch als International Gesture oder Gestuno bezeichnet) nicht wirklich durchsetzen.
Gebärdensprachen werden übrigens in einigen Kulturen auch von nicht-gehörlosen Menschen benutzt. In Zentral-Australien gibt es einen Aborigines-Stamm, dessen Mitglieder die seltene Sprache Warlpiri sprechen. Für trauernde Frauen des Stammes gilt ein Sprechverbot und sie verständigen sich dann ausschließlich in einer vollkommen eigenständigen Gebärdensprache. Besonders ältere Frauen haben diese so verinnerlicht, dass sie bisweilen Laut- und Gebärdensprache gleichzeitig sprechen.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebärdensprache
https://de.wikipedia.org/wiki/International_Sign
http://www.zeit.de/2012/30/Stimmts-Gebaerdensprache
https://de.wikipedia.org/wiki/Warlpiri

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15/09/2016 - 09:00

Autsch, das ging gründlich daneben! Das neue Elektrokonzeptfahrzeug von Audi namens e-tron wird sich auf dem französischen Markt schlecht verkaufen, denn étron steht im Französischen für „Kothaufen“. Reventón, das 650 PS-starke Zugpferd von Lamborghini, bedeutet auf Spanisch „platter Reifen“, der Name des Mazda-Modells Laputa übersetzt sich mit „Hure“. Diese Liste ließe sich fortsetzen. Kreativ mögen sie sein, diese Autonamen – für den Absatz in einigen Ländern sind sie eher nicht förderlich.

Die Beispiele zeigen: Eine gute Idee allein macht noch keinen globalen Produktnamen. Wenn Waren oder Dienstleistungen auf internationalem Parkett Erfolg haben sollen, muss unbedingt geprüft werden, ob ihre Namen „pannenlos“ in allen Ländern verwendet werden können – oder ob sie an den jeweiligen Zielmarkt anzupassen sind. Diese Marketing-Adaption ist vor allem die Aufgabe professioneller Übersetzer und Experten für Lokalisierung. Auf was sollten Firmen bei der Übersetzung und Lokalisierung ihrer Marken- und Marketingtexte unbedingt achten? 

1. Fettnäpfchen: Slogan. Wenn Slogans eins zu eins übersetzt werden, kann schnell etwas schiefgehen. Das Schnellrestaurant KFC etwa übersetzte sein Motto „Finger lickin‘ good“ (= „zum Fingerablecken“) mit dem chinesischen Zeichen für „Eat your fingers off“, also „Knabber dir die Finger ab“. Kein sonderlich appetitliches Bild.

2. Fettnäpfchen: Aussprache.  Vor allem bei Abkürzungen, Lautmalereien oder anderen phonetischen Spielereien, die in der Ausgangssprache Sinn machen oder Witz haben, kann es zu Pannen kommen. Vielfach funktionieren diese sprachlichen Besonderheiten in der Zielsprache nicht oder bekommen gar eine ungewollt (peinliche) Bedeutung. So wurde der Toyota MR2 in der französischen Aussprache zu „merde“ (Scheiße) – heute heißt er nur noch MR.

3. Fettnäpfchen: Bildsprache. Werbebilder können nicht in allen Ländern identisch eingesetzt werden. Es ist beispielsweise wenig sinnvoll, in Afrika oder Asien mit einer europäisch aussehenden hellhäutigen Familie zu werben. Auch Feste der westlichen Welt wie Weihnachten, Ostern oder Taufe stoßen in Kulturen, denen solche Feierlichkeiten fremd sind, auf Unverständnis oder sogar Ablehnung.

4. Fettnäpfchen: Originaltreue. Damit Marketingtexte in anderen Ländern bei der Zielgruppe den erwünschten Effekt erzielen, müssen sie manchmal stark vom Original abweichen. Einen Text Wort für Wort von der einen in die andere Sprache zu übersetzen, funktioniert im Marketing in den seltensten Fällen – eine Adaption muss her. Besonders bei knappen und pointierten Werbebotschaften ist es wichtig, sich mit der Kultur des Ziellandes genau auszukennen, um die potenziellen Käufer emotional zu erreichen. 

Interkulturelle Übersetzungen und Lokalisierungen im Marketing verlangen also besondere Fachkenntnis, ein fundiertes Verständnis der länderspezifischen Besonderheiten und  eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl. Daher sind Lokalisierungsexperten eine gute Wahl, wenn es um den Absatz von Markenprodukten auf internationalen Märkten geht.

Quellen:
https://www.brandeins.de/archiv/2015/marketing/marketing-pannen-wie-mans-macht/
https://www.translate-trade.com/interkulturelle-marketing-flops/

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18/08/2016 - 09:32

Weil @transcript als Experte IT-Übersetzungen und IT-Lokalisierung für mittlere Unternehmen und große Konzerne realisiert, führt hier bei uns kein Weg vorbei an ITIL. Was genau ist ITIL und warum ist es für das IT-Management so wichtig?
ITIL, kurz für „Information Technology Infrastructure Library“, ist ein Kompendium von Best-Practice-Beispielen des IT-Service-Managements. Die ITIL befasst sich mit Methoden zur optimalen Unterstützung von Geschäftsprozessen. Interessant: Die Definition der Inhalte stammt nicht von einem Standardisierungs-Gremium wie der ISO, sondern von den Anwendern selbst. Dadurch soll ITIL möglichst praxisnah sein und messbare Qualitätsverbesserungen ermöglichen.
Kernfunktion der Dokumenten-Sammlung ist es unter anderem, die multiplen Tätigkeiten in der IT klar definierten Rollen und Funktionen zuzuordnen. Die erste, ursprüngliche ITIL-Version wurde zwischen 1989 und 1998 von der Central Computing and Telecommunications Agency (CCTA) entwickelt, Version 2 dann im Zeitraum bis 2003. Seit Juni 2007 (überarbeitet 2013) gibt es Version 3, deren nun fünf (statt vorher neun) Bände sich konsistent an den Prozessen des Lebenszyklus von IT-Dienstleistungen orientieren:
1. Service Strategy
2. Service Design
3. Service Transition
4. Service Operation
5. Continual Service Improvement
Sie fragen sich, was die Vorteile von ITIL sind? Prozesse und Kommunikation im IT-Bereich sind äußerst komplex, besonders in Großunternehmen. Klar definierte Zuständigkeiten und Abläufe sollen helfen, die Steuerung der Prozessketten und Kommunikationswege zu optimieren. Eine klare Spezifikation der von der IT-Organisation zu erbringenden Services sorgt außerdem für zufriedenere Kunden. Das liegt daran, dass der eingekaufte Leistungsumfang dank ITIL klar definiert ist, der Kunde bei seinem IT-Service-Provider also nicht die berüchtigte „Katze im Sack“ bestellt.

Entscheidend für uns als Übersetzer und Experten für Lokalisierung ist, dass ITIL eine standardisierte IT-Terminologie bereitstellt. Heißt: In der Zusammenarbeit mit großen IT-Abteilungen, in denen ITIL Marktstandard ist, sprechen alle weitgehend dieselbe Sprache. Wo von @transcript zu übersetzende Texte und Software Bezug auf das ITIL-System nehmen, wollen diese Referenzen erkannt und bei der Übersetzung die entsprechenden Standards berücksichtigt sein. Abschließend noch beispielhaft zwei dieser „typischen“ Begriffe der ITIL-Terminologie:

1. audit (EN) / Audit (DE)
Formale Überprüfung und Analyse, um festzustellen, ob ein Standard oder ein Satz an
Leitlinien eingehalten wird, ob Records korrekt sind oder ob die Ziele in Bezug auf die gewünschte Effizienz und Effektivität erreicht wurden. Ein Audit kann von internen oder externen Gruppen durchgeführt werden.

2. business process (EN) / Geschäftsprozess (DE)
Ein Prozess, für den das Business verantwortlich ist und der vom Business ausgeführt wird. Ein Geschäftsprozess ist an der Bereitstellung eines Produkts oder eines Service für einen Geschäftskunden beteiligt. Für einen Händler kann beispielsweise ein Einkaufsprozess definiert sein, über den die Bereitstellung von Services für seine
Geschäftskunden unterstützt wird. Viele Geschäftsprozesse basieren auf IT-Services.

Sie möchten mehr über die ITIL-Terminologie wissen? Dann dürfen Sie sich das vollständige ITIL-Glossar hier frei herunterladen:
Deutsch:
https://www.exin.com/assets/exin/frameworks/108/glossaries/german_glossary_v1.2_201404.pdf
Englisch:
https://www.axelos.com/Corporate/media/Files/Glossaries/ITIL_2011_Glossary_GB-v1-0.pdf


Weitere Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/IT_Infrastructure_Library
https://www.gulp.de/knowledge-base/markt-und-trends/itil-prozesse-beschreiben-qualitaet-verbessern.html
http://www.computerwoche.de/a/zwoelf-dinge-die-sie-ueber-itil-v3-wissen-sollten,1897601,3

transcript-blogger
25/05/2016 - 09:26

Sicher kennen Sie das: Sie haben sich etwas vorgenommen, etwas richtig Großes und Komplexes. Eine lange, bisweilen steinige Wegstrecke Richtung Gipfel liegt vor Ihnen. Wäre es nicht sinnvoller, die Tour in Einzel-Etappen zurückzulegen? Und die Erfahrungen, die Sie auf Teilstrecken machen, in die Gestaltung der Gesamtroute einfließen zu lassen? Wenn Sie jetzt innerlich genickt haben, dann haben Sie das Grundprinzip von Agile Approach schon verstanden.
Agile Approach, so heißt das Konzept für mehr Flexibilität bei der Entwicklung komplexer Software-Lösungen. Es wird „scheibchenweise“ gearbeitet: Etappe für Etappe zum Ziel. Innerhalb mehrerer, in sich abgeschlossener Planungs- und Entwicklungszyklen (Iterationen) entsteht die Software. Richtig klug: Am Ende jedes in sich abgeschlossenen Entwicklungszyklus steht jeweils eine funktionsfähige Software. Die wird dann Schritt für Schritt, Iteration für Iteration, in enger Abstimmung mit dem Kunden weiterentwickelt und optimiert. Der wohl größte Pluspunkt des Agile Approach: Funktionalität geht vor Perfektionismus – die Software läuft schon mal, selbst wenn in frühen Etappen aus Kundensicht noch nicht alles optimal ist.
Zum Vergleich: Bei einer „klassischen“ Softwareentwicklung nach Standardmethoden ist der Kunde bis zur Fertigstellung quasi „außen vor“. Auf Basis einer vom Kunden definierten Anforderungsliste bauen die Software-Entwickler hier zunächst das Produkt, testen es und lassen es dann lokalisieren. Der Kunde erhält eine „fertig entwickelte“ Software – seine Fragen oder Änderungswünsche kommen erst spät zum Tragen. Das macht häufig aufwändige Nacharbeiten nötig, die den Prozess verteuern und den Launch der Software empfindlich verzögern können.
Beim Agile Approach dagegen stehen die Menschen und ihre Interaktionen im Mittelpunkt. Die Software-Entwicklung geschieht hier in enger Abstimmung mit dem Kunden. Wenn geänderte Kundenwünsche den ursprünglichen Plan kippen – dann ist das eben so. Eine funktionierende Software hat Vorrang vor einer akribischen Dokumentation. Schon in einer jungen Entwicklungsphase beginnt das Testen, natürlich Hand in Hand mit dem Kunden. Dank des frühen Feedbacks können die Entwickler Fehler rechtzeitig beheben. Da Änderungswünsche bereits während der Entwicklung umgesetzt werden, gibt es später kein „böses Erwachen“ in Form kosten- und zeitfressender Nacharbeiten.
Die intensive Einbindung des Kunden hat allerdings auch einen „Nachteil“: Das Prozessmanagement der Software-Entwicklung wird spürbar komplexer – ganz einfach, weil mehrere Parteien im Boot sitzen und gemeinsam den Kurs bestimmen.
Auch hier bei @transcript ist Agile Approach ein großes Thema. Wird die Software nach diesem Ansatz entwickelt, erfolgt die Lokalisierung ebenfalls nach dem Schritt-für-Schritt-Prinzip. So kann die Software gleichzeitig in mehreren Sprachversionen gelauncht werden. Allerdings ist Lokalisierung nach dem Agile Approach eine echte Herausforderung, das wissen wir aus Erfahrung.
Und das kann es kompliziert machen:
1. Dem Übersetzer fehlen Informationen zu UI-Elementen, weil es die dazugehörigen Funktionen im aktuellen Entwicklungsstand der Software noch gar nicht gibt.
2. Im finalen Entwicklungs-Schritt benennen die Entwickler Software-Komponenten um oder der Kunde ändert zum Beispiel die Bezeichnung von Produkten oder Dienstleistungen. In diesem Fall müssen auch die Übersetzungen aus früheren Entwicklungs-Schritten komplett geändert bzw. neu in die zielsprachliche Struktur eingepasst werden.
3. Projektverwaltung, -dokumentation und -fakturierung sind bei zahlreichen Teil-Projekten wesentlich zeitaufwändiger als für ein großes Projekt – bei gleichem zeitlichen Aufwand für die Übersetzung selbst. Wir empfehlen deshalb, beim Agile Approach von vornherein ein entsprechendes Projektmanagement-Budget mit einzuplanen.
4. Anpassungen an Kundenwünsche erschweren eine vorausschauende Planung von Übersetzungs-Volumina und Abgabeterminen.
Wer seine Software nach dem Agile Approach entwickeln und lokalisieren lassen möchte, tut also gut daran, dies mit erfahrenen Sparringspartnern zu tun. Mit entsprechender Erfahrung lassen sich die Hürden des Agile Approach gelassen meistern. Vorteile wie die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden und eine frühe Funktionalität einer Software in verschiedenen Sprachen können so am Ende ganz klar überwiegen.

 

Quellen:
https://www.agilealliance.org/
http://www.agilenutshell.com/

transcript-blogger
12/05/2016 - 12:04

Heute gibt es Grund zu feiern, denn dies hier ist sage und schreibe unser 100. Blogartikel. Mitte 2012 ging die neue @transcript-Website online – und damit auch unser Corporate Blog. Was war noch gleich Inhalt des ersten Blogposts? Richtig, ein Artikel über die LocWorld in Paris, nachzulesen immer noch hier: http://www.transcript.de/de/node/839.
Einen Corporate Blog zu betreiben ist heute für viele Unternehmen Standard. Wir zum Beispiel schreiben in 14-tägigem Abstand neue Blogartikel, um unsere Kunden und Partner mit Informationen und Insights rund um das Themen-Universum Übersetzung & Lokalisierung zu versorgen. Nach einer Klassifizierung der Universität Leipzig heißt das von uns verwendete Genre „Themen-Blog“. Zwei weitere Blog-Genres (von vielen) sind zum Beispiel meist temporär angelegte Kampagnen-Blogs oder Produkt- bzw. Markenblogs. Eher werblich ausgerichtet, decken sie die Kommunikation rund um spezifische Produkte oder Marken eines Unternehmens ab.
Das Weblog feiert in diesem Jahr seinen 26. Geburtstag. Ein Rückblick – 13. November 1990: Die Website des in Genf lebenden Software-Entwicklers Tim Berners-Lee geht online. Sie gilt als offiziell erstes Blog (auch wenn man damals den Begriff noch nicht benutzte) im soeben aus der Taufe gehobenen World Wide Web. Berners-Lee’s Website entwickelte sich zu einer Art „digitaler Zettelkasten“ – einer Sammlung von Tipps zum Erstellen der eigenen Website oder zur Recherche im WWW. Schon damals waren die jeweils aktuellsten Einträge immer ganz oben zu finden. Den Begriff „Weblog“ (zusammengesetzt aus „Web“ für das Internet und „Log“ für Tagebuch) prägte 1997 Jorn Barger mit seinem Online-Tagebuch „Robot Wisdom“. Er nutzte dafür die von Dave Winer entwickelte Software Frontiers News Page Suite – was ihm einige bekannte Blogger der ersten Stunde nachmachten, darunter Avram Grumer mit seinem „Pigs & Fishes Weblog“ oder Steve Bogart mit „Nowthis.com/log“. Die erste „Blogger Community“ war entstanden. Während die Themen in den Blogs der ersten Stunde eher techniklastig waren, bloggen heute die Menschen alle erdenklichen Inhalte. Politik, Lifestyle, Mode, Sport, Technik, Reise, Alltagstagebücher – über 200 Millionen Blogs waren bereits in 2010 online. Jeder, der schreiben kann und Zugang zu einem Rechner hat, kann im Prinzip auch bloggen. Zu verdanken ist das verschiedenen Blog-Freeware-Programmen, darunter die „Stars“ blogger.com oder WordPress.com. Mit ihrem einfachen CMS und einer Auswahl an fertigen, individuell adaptierbaren Templates wird die Einrichtung des Blogs fast zum Kinderspiel. 2007 dann Start einer neuen Blogging-Ära: Soziale Dienste wie MySpace (2003), Facebook (2004) und Twitter (2006) gehen online. Hier liegt die Würze in der Kürze. Microblogging heißt das Zauberwort, kurze Posts statt lange Artikel. Bei Twitter ist das Sendungsbewusstsein limitiert auf 140 Zeichen.
Wichtig zu wissen: Wer ein eigenes Blog betreibt, bleibt im Besitz seiner Urheber- und Bildrechte – anders als bei der Nutzung eines Blogging-Dienstes, den es außerdem schlimmstenfalls irgendwann nicht mehr gibt. Bestes Beispiel in Deutschland sind die Dienste MySpace oder StudiVZ bzw. SchülerVZ. Sie sind genauso schnell wieder von der Bildfläche verschwunden, wie sie einst die Social-Media-Szene betreten hatten.
Wir indes bloggen munter weiter und feiern dann wieder bei Blogartikel Nr. 250. Bleiben Sie uns treu!


Quellen:
http://www.carta.info/46871/die-geschichte-des-weblogs/

http://www.netzthemen.de/sonnabend-weblogs/2-2-geschichte-der-weblogs

transcript-blogger
17/03/2016 - 12:54

Schon mal von YOLO, OMG oder LOL gehört? Selbst wer keine jugendlichen Sprösslinge in der eigenen Familie oder Verwandtschaft hat, weiß, dass es sich bei diesen Kürzeln weder um Marsianer noch um Programmiercodes handelt. Durch die intensive Nutzung der sozialen Netzwerke haben sich Netzjargon-Kürzel wie diese mittlerweile generationsübergreifend verbreitet. Viele der jugendsprachlichen Termini sind zwischenzeitlich sogar „salonfähig“ geworden: Sie wurden aufgrund ihrer weit verbreiteten Verwendung in offizielle Wörterbücher wie das Oxford English Dictionary oder den deutschen Duden aufgenommen. Für alle, die die Bedeutungen weder dort nachschlagen noch schnell mal googeln wollen, hier eine kurze Erläuterung:
YOLO – Abkürzung von „You only live once“
Steht für die Aufforderung, eine Chance zu nutzen. Alternativ gilt es als Entschuldigung für falsches Verhalten.
OMG – Oh my god!
Ausruf des Entzückens, Entsetzens oder der Anteilnahme. Wird im realen Leben gerne mit Kreischlauten untermalt.
LOL – Laughing out loud/laugh out loud
Reaktion auf etwas Lustiges oder Außergewöhnliches, wird aber gerne auch für „auslachen“ benutzt.
LOL, das 2011 seinen Einzug in das Oxford English Dictionary feiern durfte, ist internationaler Netzjargon, zu dem es in vielen Ländern Varianten gleicher oder ähnlicher Bedeutung gibt: Im Französischen wird „mdr“ benutzt, das für „mort de rire“, also „totlachen“ steht. Im Schwedischen heißt es „asg“ für „Asgarv“, was im Deutschen „starkes Lachen“ heißt. In Japan schreibt man einfach nur „w“ als Kürzel des Kanji-Zeichens für „Lachen/Lächeln“, das „wara(u)“ ausgesprochen wird. Und die thailändische Version von LOL ist die Ziffer 555, die „hahaha“ ausgesprochen wird, also einer Lautmalerei des Lachens entspricht.
LOL bietet darüber hinaus eine große Variationsbreite. Bekannt sind zum Beispiel die “Forte” und “Piano”-Varianten LMAO (Laughing my ass off) und LQTM (Laughing quietly to myself). „Kek“, ursprünglich beheimatet in dem Spiel World of Warcraft, hat sich als LOL-Synonym durchgesetzt, weil man im Spiel „kek“ eingibt, um einen gegnerischen Spieler auszulachen.

„Netzjargon“ bzw. „Internet-Slang“ ist dabei nur ein kleiner Ausschnitt aus der großen, weiten Welt der Jugendsprache. In der Sprachforschung gilt Jugendsprache heute als komplexe Varietät der Standardsprache oder Sprechstil einer bestimmten Gruppe Jugendlicher. Dazu gehören unter anderem Schülersprache, Studentensprache, Soldatensprache oder Hip-Hop-Jargon. Besonders in städtischen Lebensräumen fließt die Sprache von Jugendlichen mit Migrationshintergrund häufig in die Jugendsprache mit ein (Balkan-Slang).
Charakteristisch für alle Jugendsprachen – denn die „eine“ Jugendsprache“ gibt es nicht – ist ihre Funktion, sich von der Welt der Erwachsenen abzugrenzen und sich eine sprachliche Möglichkeit der Identitätsfindung bzw. Identifizierung mit einer bestimmten Gruppe zu schaffen. Viele neigen dazu, Jugendsprache mit einem „Verfall der Sprachkultur“ gleichzusetzen, weil sie oft mit Abkürzungen, starken Vereinfachungen oder Verrohungen einhergeht. Tatsächlich ist das Ausdrücken von Emotionen (zugegebenermaßen oft in recht heftiger Weise) eine wichtige Funktion von Jugendsprache. Sprache dient hier als „Ventil“ für angestaute Aggressionen pubertierender Jugendlicher gegenüber den eigenen Eltern oder anderen Autoritätspersonen. Nun ja, besser sprachlich aggressiv als körperlich, oder?
Doch irgendwie haben sich alle – auch durch das Internet – an den Jargon der Jugend gewöhnt. Und sogar wirtschaftlicher Profit lässt sich daraus schlagen: Ein deutscher Buchverlag gibt jedes Jahr das Lexikon „100 Prozent Jugendsprache“ heraus. Kurz vor Erscheinen des Bandes findet auf verlagseigener Online-Plattform die Wahl zum „Jugendwort des Jahres“ statt. Abbild realer Sprachkultur oder kluger Marketing-Gag?
„Smombie“, das Jugendwort des Jahres 2015, haben wir persönlich zumindest noch nie aus dem Mund eines Jugendlichen gehört. Vielleicht sind wir aber auch altersmäßig zu weit entfernt von denen, die es angeblich ständig sagen. Jugendsprache bleibt eben Jugendsprache. Wir lassen das dann besser mal.


Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendsprache
https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendwort_des_Jahres_%28Deutschland%29
https://de.wikipedia.org/wiki/LOL
http://www.internetslang.com

transcript-blogger
03/02/2016 - 11:30

Stellen Sie sich vor, Ihre Übersetzungsagentur übersetzt ein- und dieselben unternehmensspezifischen Termini bei jedem Auftrag anders. Oder ein von Ihnen mit der Übersetzung einer umfangreichen Textmenge beauftragtes Übersetzerteam wählt für bestimmte Branchen-Termini jeweils abweichende Synonyme. Sie wären genervt und würden beim nächsten Mal nicht mehr mit diesem Dienstleister zusammenarbeiten? Zu Recht!
Ohne ein reibungslos funktionierendes Terminologie-Management ist professionelle Übersetzer-Arbeit tatsächlich undenkbar. Terminologie-Management ist ein entscheidender Faktor bei der Qualitätssicherung professioneller Übersetzungen. Wichtigste Betreiber von Terminologie-Management sind Normungsinstitute (wie DIN und ISO), Wörterbuchverlage, staatliche Stellen (wie das Bundessprachenamt), Unternehmen und Übersetzungs-Dienstleister.
Aber jetzt mal schön der Reihe nach: „Terminologie“ bezeichnet die Prägung und konsequente Verwendung von Fachbegriffen (Termini) zur Benennung von unternehmens- oder branchenspezifischen Produkten, Dienstleistungen oder markenspezifischen Phrasen wie zum Beispiel Slogans. Im Rahmen des Terminologie-Managements werden Terminologie-Datenbanken erstellt, in denen systematisch alle branchen- oder unternehmensspezifischen Termini gesammelt und freigegeben werden. Große Unternehmen wie Siemens oder Microsoft, aber auch mittelständische Firmen verfügen über solche Terminologie-Datenspeicher. Der Vorteil: Übersetzungsagenturen aber auch andere Dienstleister oder Kunden werden in die Lage versetzt, eine einheitliche Unternehmens-Terminologie zu verwenden. Die dadurch gesicherte sprachliche Konsistenz ermöglicht, dass bestimmte, bereits übersetzte Termini und Textbausteine auch in Zukunft identisch eingesetzt werden können. Das bedeutet: Ein erfolgreiches Terminologie-Management macht Übersetzungen nicht nur genauer und konsistenter – es erhöht gleichzeitig die Produktivität von Übersetzungsprozessen und kann die Kostenerheblich senken.
Und wie funktioniert das ganz konkret aus Sicht einer Übersetzungsagentur? Wo früher Loch- oder Karteikarten für Terminologiesammlungen angelegt wurden, ist heute die EDV am Werk. Übersetzungsagenturen erstellen detaillierte Terminologie-Sammlungen ihrer Kunden, um einheitliche Übersetzungen zu garantieren. Auch @transcript pflegt für jeden seiner Kunden solche Terminologie-Datenbanken. Für die Terminologie-Verwaltung gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder es werden Glossare in Excel oder Access geführt, die nicht selten mehrsprachig angelegt sind. Außerdem gibt es sogenannte Terminologie-Tools wie SDL MultiTerm, mit denen sich professionelle Terminologie-Datenbanken erstellen lassen. Sie beinhalten zum Beispiel detaillierte Regeln für die Verwendung der jeweiligen Termini oder ausgeklügelte Suchfunktionen. Solche Datenbanken lassen sich in der Übersetzungs-Arbeit mit Translation-Memory-Tools verknüpfen, die ganze Textsegmente wie Sätze oder Abschnitte speichern können.
Wenn sowohl Auftraggeber als auch Übersetzungsagentur ein professionelles Terminologie-Management betreiben, hat das klare Vorteile für beide Seiten: Aktuelle Terminologie-Glossare auf Kundenseite ersparen zum Beispiel ständige Rückfragen des Übersetzers und beschleunigen dadurch den Übersetzungsprozess enorm. Wir von @transcript verfügen über detaillierte, kundenspezifische Terminologie-Datenbanken und sind damit auf alle Eventualitäten vorbereitet – zum Beispiel auf
komplexe Übersetzungen, die aus Zeitgründen auf mehrere Übersetzer verteilt werden müssen.

Quellen:
http://www.translationzone.com/de/products/terminology-management/
http://www.bundessprachenamt.de/deutsch/wir_ueber_uns/abteilung_smd/referat_terminologie_und_lexikographie/referat_terminologie_und_lexikographie.htm

transcript-blogger
15/12/2015 - 13:09

Erfolgreiche Unternehmen setzen vor allem im Bereich Mitarbeiterschulung für Produkte, Services oder Prozesse verstärkt auf E-Learning. Handelt es sich dabei um global agierende Firmen, müssen die im Ursprungsland konzipierten E-Learning-Module professionell für verschiedene Zielmärkte lokalisiert werden. Dabei geht es um weit mehr als die reine „Übersetzung“ der E-Learning-Inhalte.
Damit die Lokalisierung kosten- und zeiteffizient über die Bühne geht und das Ergebnis die lokalen Zielgruppen wirklich überzeugt, müssen viele Faktoren optimal zusammenspielen. Unsere fünf Tipps können dabei helfen:

1. Text-Inhalte
Konzipieren Sie Ihre E-Learning-Inhalte so, dass die Terminologie stimmig für Branche und Markt ist. Binden Sie für die Lokalisierung regionale Ansprechpartner ein, die die lokalen Gegebenheiten und vor allem die Bedürfnisse der Kursadressaten kennen. Beachten Sie inhaltliche Unterschiede bei der Konzeption verschiedener Trainings. Produkte können zum Beispiel in lokalen Märkten variieren; dementsprechend müssen auch die Produktschulungen im E-Learning angepasst werden. Besonders für die Schulung zu Prozessen gilt: Passen Sie Ihre Inhalte in Bezug auf Gesetze, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft sorgfältig an lokale Gegebenheiten an.

2. Mediale Inhalte
Bildwelten in den USA sehen anders aus als in Asien. Es versteht sich von selbst, dass die Auswahl von Fotos, Grafiken oder Videos stark kulturabhängig ist. Beinhalten Ihre E-Learning-Module mediale Inhalte, sollten Sie diese sensibel lokalisieren, sodass für die Zielgruppen alles klar verständlich ist und nichts befremdlich wirkt. Das gilt im Übrigen auch für das Design Ihrer E-Learning-Angebote: Menü, Farbwahl und Icons sollten Sie so auswählen, dass Sie mit den regionalen Gegebenheiten harmonieren.

3. Übersetzung
Idealerweise achten Sie bereits bei der Erstellung der E-Learning-Inhalte auf übersetzungsgerechtes Schreiben. So können Sie im Übersetzungsprozess ganz erheblich Zeit und Kosten sparen. Dazu gehören vor allem eine terminologiegerechte, prägnante und klare Sprache. Bei der Auswahl professioneller, muttersprachlicher Übersetzer geht es um sprachliches Können und das entsprechende technische Wissen. Selbstverständlich ist ein Profi-Übersetzer gleichzeitig Experte für Lokalisierung. Damit ist garantiert, dass technische, wirtschaftliche, kulturelle oder metrische Besonderheiten an die jeweilige Zielsprache bzw. den Zielmarkt adaptiert werden.

4. E-Learning-Software
Befassen Sie sich unbedingt parallel zur Konzipierung der Inhalte mit der Auswahl der richtigen Software für Ihr E-Learning-Angebot. Entscheidender Faktor ist: Wie komfortabel lassen sich Inhalte lokalisieren und aktualisieren? Achten Sie darauf, dass das von Ihnen gewählte E-Learning-Tool Texte und Grafiken getrennt voneinander darstellt. So lassen sich zu übersetzende Textmodule einfach exportieren und auch wieder importieren oder komplett neue Inhalte einstellen. Fragen Sie Ihren Entwickler deshalb unbedingt danach, ob die von ihm verwendete E-Learning-Software die Lokalisierung von Inhalten unterstützt. Ist das der Fall, können Sie bei der Lokalisierung Ihrer E-Learning-Inhalte und auch bei deren Aktualisierung enorme Ressourcen einsparen.

5. Testlauf – und los!
Gehen Sie auf Nummer Sicher, bevor Sie Ihre E-Learning-Module zum Beispiel gleich in einer kompletten Auslandsniederlassung Ihres Unternehmens einführen. Für einen sicheren Start empfehlen wir drei Schritte:

Erster Schritt: Lassen Sie Ihre Übersetzungen und Lokalisierungen von einer professionellen Übersetzungsagentur nach dem Vier-Augen-Prinzip nochmals checken.

Zweiter Schritt: Lassen Sie prüfen, ob Ihr E-Learning-Kurs rechtlich einwandfrei und markengerecht lokalisiert wurde.

Dritter Schritt: Testen Sie Ihre E-Learning-Inhalte an einem ausgewählten Zielpublikum. Arbeiten Sie das entsprechende Feedback in die Kursinhalte ein und beheben Sie letzte Fehler, bevor Sie „im großen Stil“ starten.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Konzeption und Lokalisierung Ihrer E-Learning-Inhalte!


Quelle:
http://www.checkpoint-elearning.de/downloads/localisation.pdf
http://www2.crossknowledge.com/de_DE/elearning/technologien/mohive.html