UN: Tourismus für Nachhaltigkeit und interkulturelle Wertschätzung

Mit jedem neuen Jahr verknüpfen sich unterschiedlichste Hoffnungen und Ziele. So auch mit dem Jahr 2017, das gerade erst begonnen hat. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Beispiel hat es zum „Internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung“ erklärt. Damit verbinden die Vereinten Nationen die Vision, dass „ein gut konzipierter und gesteuerter Tourismus einen erheblichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung“ leisten kann. Ein Grund für das UN-Jahresmotto liegt in der Bedeutung des Tourismus für die Wertschätzung anderer Kulturen und damit einer Förderung der Völkerverständigung. Aus Sicht der UN kann nachhaltiger Tourismus dazu beitragen, Armut zu vermindern, die Umwelt zu schützen, die Lebensqualität der Menschen vor Ort zu verbessern und die wirtschaftliche Situation, vor allem von Frauen und Jugendlichen, zu stärken.
Eine große Aufgabe also, die die Welttourismusorganisation (UNWTO) als Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Madrid zu bewältigen hat. Grundsätzliche Aufgabe der UNWTO ist die „Förderung und Entwicklung des Tourismus als Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung, zu internationalem Verständnis, Frieden, Wohlstand und Respekt für Freiheit und Menschenrechte für alle ohne Unterschiede nach Rasse, Geschlecht, Sprachen und Religion“. Dabei schreibt sich die UNWTO auf die Fahnen, besonders Entwicklungsländer mit ihren Interessen unterstützen zu wollen.
Hehre Ziele, die sich angesichts von Umweltverschmutzung, Klimawandel, Bausünden und interkulturellen Befangenheiten fast lesen wie ein schönes Märchen. Tatsache ist jedoch, dass viele Menschen bewusster reisen. Das beginnt damit, dass Nahziele sich wachsender Beliebtheit erfreuen – und viele Menschen einem authentischen Urlaub den Vorzug vor einem Aufenthalt im „Hotelgetto“ geben.
Der Ansatz, Tourismus als Motor für Nachhaltigkeit und interkulturelle Verständigung zu fördern, ist rein faktisch absolut sinnvoll. Schließlich geht es um einen riesigen Markt: Mehr als eine Milliarde Menschen reisen jedes Jahr um die ganze Welt. Die Art und Weise, wie sie das tun, hat damit einen enormen Einfluss auf das Leben der Menschen in den bereisten Ländern. Wenn sich dieses Potenzial auch nur einen Millimeter mehr in eine gute Richtung bewegt, ist sowohl wirtschaftlich als auch in puncto Lebensqualität schon viel gewonnen – besonders in armen und wirtschaftsschwachen Ländern. Und wie immer gilt auch hier: Am besten, jeder fängt bei sich selbst an. Mit dem Wunsch zu reisen, einen Beitrag zu Frieden und Völkerverständigung zu leisten, öffnet sich möglicherweise die Tür für interessante Begegnungen und einen bewussteren Umgang mit Natur und Umwelt.

 

Quellen:
http://en.unesco.org/celebrations/international-years/
http://www.un.org/en/ga/search/view_doc.asp?symbol=A/RES/70/193
http://www2.unwto.org/tourism4development2017
https://www.tourism-watch.de/content/internationales-jahr-des-nachhaltigen-tourismus-fuer-entwicklung-2017
http://www.bmwi.de/DE/Themen/Tourismus/Internationale-Zusammenarbeit/unwto.html